Oli arbeitet zeitgenössisch-expressiv zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit. Was auf den ersten Blick abstrakt erscheint, offenbart sich bei längerem Betrachten als konkretes Bild, während das scheinbar Greifbare sich in Abstraktion auflöst.
Figurative Elemente treten in Beziehung zu abstrakten Formen und Widersprüche verschmelzen zu einer kraftvollen Einheit.
Olis Werke entfalten ein Spiel aus Abstraktion und Figur, das Sinne weckt und Raum für eigene Entdeckungen schafft.
"Ich benutze Farbe nicht - ich verhandle mit ihr..."
Es ist der Dualismus von Ursache und Wirkung, den Oli in seinen großformatigen und vielschichtigen Werken ergründet: ein Wechselspiel unterschiedlicher emotionaler Betrachtungswinkel und Formen der Akzeptanz.
Das Spiel mit diesen Parametern und den sich daraus ableitenden Möglichkeiten, das eigene Leben zu betrachten, zu denken und zu gestalten.
Jedes Bild eröffnet einen Raum für Gedanken und Gefühle, in dem Ursache, Wirkung und Emotion zusammenwirken.
"Man steht vor ihnen - nicht davor..."
Seine Methode ist intensiv: Jedes Bild entsteht in bis zu über 30 Schichten gemalter, gebrochener, gekratzter, verwischter und wieder abgetragener Farbe, wobei jede Schicht dem Werk eine neue Ebene der Bedeutung und Interpretation hinzufügt.
Oli geht es um Wiedererkennbarkeit - jedoch nicht um Wiederholung. Es geht darum, dass eine Handschrift entsteht, weil sie entstehen muss. Diese Handschrift ist nicht erlernt, sie ist erarbeitet. Und sie ist nie abgeschlossen.
Mit jedem Blick entfalten sich neue Bedeutungen, während Schicht für Schicht Substanz und Authentizität entsteht.
"Ich mache keine sicheren Bilder - ich mache Bilder, bei denen etwas auf dem Spiel steht - für mich zuerst..."
Bevor Oli zur Malerei fand, schrieb er Gedichte. Sprache war sein erstes Material. Rhythmus, Verdichtung, Pausen und Brüche - all das, was seine Texte formte, lebt heute in seinem Umgang mit Farbe weiter.
Olis Arbeit beginnt vor der Leinwand. Im Resonanzraum eines Gedanken oder Vers. Seine Malerei und Sprache entspringen derselben inneren Bewegung.
Die Bilder sind keine Illustration von Text, sondern dessen Transformation in Materie. Was als Wort beginnt, setzt sich als Farbe fort.
"Meine Malerei entsteht nicht aus Vision - sondern aus Sprache..."
Ergänzend zu seinen großen Werken hat Oli die kleinformatige Serie "The Weeklys" etabliert. Sie sind kein "kleines Produkt", sondern eine ernsthafte Erweiterung seines Gesamtwerks.
Was diese Serie so einzigartig macht, ist ihr Ursprung. Die Bilder entstehen nicht aus Sicherheit, sondern aus Unsicherheit. Sie entstehen genau dann, wenn Oli bei der Arbeit an seinen großformatigen Leinwänden ins Stocken gerät - wenn sich Fragen auftürmen statt Antworten.
Die Weeklys schaffen selbst im kleinen Format intensive Räume, die den Kern des Gesamtwerks verdichten.
"Meine Handschrift entsteht nicht aus Absicht - sondern aus innerer Notwendigkeit..."
*Paul Olivier (1972) - genannt Oli - ist ein deutscher zeitgenössischer Maler. Er lebt und arbeitet in Berlin und ist für seine großformatigen, vielschichtigen, emotionalen und abstrakten Werke bekannt.
Oli war schon immer von der Malerei fasziniert. Farben und Formen bestimmten seinen Blick auf die Welt. Dennoch schlug er zunächst einen konventionellen Lebensweg im Hotel, beim Film und in der Werbung ein. Doch die Sehnsucht nach sinnstiftender Arbeit blieb - bis er an seinem 50. Geburtstag eine radikale Entscheidung traf: Er würde seine zweite Lebenshälfte der Malerei widmen.
Jedes Werk trägt seine Erfahrung und Lebenseintscheidungen subliminar in sich - kompromisslos, authentisch und tiefgründig.
"Meine Malerei beginnt dort - wo Kontrolle endet und Wahrnehmung lebendig wird..."
In einer Kunstwelt, die oft nach Lautstärke verlangt, setzt Oli auf Intensität. Seine Bilder entfalten keine bloße Ruhe, sondern eine spürbare Stimmigkeit, Tiefe und Sogkraft - sie ziehen hinein statt zu überreden.
Nähe wird dabei zur Haltung: Nähe zum Material, zum Prozess, zum eigenen Denken. Aus dieser Konsequenz entsteht eine Malerei, die nicht gefallen will, sondern trägt. Die nicht laut behauptet, sondern präsent ist.
Schicht für Schicht entsteht Präsenz und Sogkraft. Schönheit erscheint nicht als Oberfläche, sondern als etwas Erlebtes - roh, ehrlich, gegenwärtig. Bilder, die Intensität und Resonanz vereinen.
"Wenn ich zweifle, weiß ich - das Bild ist relevant..."