Paul Olivier No. 5 (220 cm x 140 cm)
Du gehst nicht an ihnen vorbei.
Du bist plötzlich in ihnen.
Was wie Abstraktion wirkt, ist radikale Entscheidung.
Schicht für Schicht.
Konflikte bleiben bestehen.
Formen tauchen auf. Verschwinden. Kommen zurück.
Nichts verschwindet. Alles bleibt. Und arbeitet weiter.
Hier wird nichts inszeniert.
Hier wird ausgehalten.
"Meine Bilder entstehen in Schichten. Materiell, emotional, kompromisslos…"
Paul Olivier No. 50 (250 cm x 190 cm)
Mich interessieren keine Gegensätze.
Mich interessiert, was passiert, wenn sie aufeinandertreffen.
Freude und Trauer.
Angst und Glück.
Licht und Schatten.
Nähe und Distanz.
Kontrolle und Loslassen.
Individuum gegen das, was dich formt.
Ich arbeite nicht an Bildern.
Ich gestalte Zustände.
Drei identische Leinwände.
Gleicher Ursprung.
Drei Entwicklungen.
Herkunft.
Auswirkung.
Verschiebung.
Manchmal ein Triptychon.
Manchmal ein Diptychon.
Am Ende bleibt ein Bild.
"Meine Handschrift entsteht nicht aus Absicht - sondern aus innerer Notwendigkeit..."
Paul Olivier No. 6 (220 cm x 140 cm) im Resonanzraum eines Gedichtfragments:
Lügen geglaubt | Dem Nest beraubt | Herkunft verleugnet | Von Ängsten gehäutet
Sprache war der Anfang.
Dann hat sie mir nicht mehr gereicht.
Heute ist sie nur noch Material.
Fragmente verschieben sich in Farbe.
Rhythmus wird Struktur.
Ich zerlege sie.
Ich verschiebe sie.
Ich setze sie neu.
Figuration erscheint.
Und verschwindet wieder.
Abstraktion ist keine Momentaufnahme.
Sie ist Bewegung.
Identität ist hier kein Bild.
Sie entsteht Schicht für Schicht.
"Identität entsteht im Prozess..."
Paul Olivier "The Weekly" No. 7 (50 cm x 40 cm)
Meine kleinen Arbeiten sind keine Skizzen.
Sie greifen direkt an.
Sie entstehen, wenn die großen Bilder sich wehren.
Wenn nichts mehr trägt.
Ich gehe nicht raus aus dem Prozess.
Ich gehe tiefer rein.
Die Weeklys sind kein Nebenprodukt.
Sie sind der Kern.
Direkter.
Härter.
Ohne Absicherung.
"Meine kleinen Arbeiten sind kein Nebenwerk. Sie sind der konzentrierte Kern..."
Paul Olivier No. 46 (190 cm x 160 cm)
Großformat ist kein Format.
Es ist ein Zustand.
Es fordert Präsenz.
Nicht Distanz.
Diese Arbeiten nehmen Raum.
Sie ziehen dich hinein.
Ich baue Strukturen.
Um sie zu brechen.
Jedes Bild reagiert auf das vorherige.
Widerspricht.
Eskaliert.
Bricht aus.
Keine Serie.
Keine Wiederholung.
Nur Entwicklung.
"Meine Werke entstehen in Überlagerungen, Verdichtungen und bewusster Fragmentierung..."
„Mit 50 habe ich mein Leben beendet.
Und das gemacht, was nicht mehr zu vermeiden war.“
Paul Olivier, Berlin.
Vorher: Hotel. Film. Werbung.
Funktioniert. Geliefert. Angepasst.
Dann war Schluss. Ohne Übergang.
Keine Korrektur.
Ein Schnitt.
Ich male nicht zwischen Abstraktion und Figuration.
Ich gehe durch sie hindurch.
Was übrig bleibt, ist kein Stil.
Es ist Verdichtung.
"Hier beginnt nichts. Hier verdichtet sich alles…"