"Meine Werke entstehen aus einem inneren Drang nach Verdichtung…"

Paul Olivier No. 28 (180 cm x 140 cm) im Resonanzraum eines Gedichtfragments: 

 

Scheinwelt verlassen | Selbst belügen gelassen | Wahnsinn offenbart | Von Verständnis angestarrt

"Meine Malerei formt Identität im Prozess - sichtbar bleiben die Spuren meines Denkens..."

 

 

In Olis Atelier hängen die Leinwände bereits an der Wand – wie später in der Ausstellung. Nur ein schmaler Farbfänger am Boden. Kaum Farbspritzer. Raum aus Licht, Musik, Design und Wohlfühlen. Weeklys stehen seitlich bereit, um den Arbeitsfluss jederzeit zu wechseln.

 

Nur ein Rollwagen mit Material deutet auf Arbeitsatmosphäre hin. Wer eintritt, spürt sofort: Kunst, die sichtbar atmet und Körper wie Sinne fordert.

 

Oli arbeitet meist parallel an drei nebeneinander hängenden großformatigen Leinwänden. Was auf der einen Leinwand entsteht, wirkt auf die anderen zurück. So entsteht ein System aus Herkunft, Auswirkung und Verschiebung, das sich über alle drei Leinwände gleichzeitig entfaltet. 

 

Entscheidungen werden verschoben, verstärkt und erneut in Frage gestellt. Seine Bilder reagieren, potenzieren sich und verschränken sich zu einem verdichteten Wahrnehmungsraum voller Ambivalenz.

 

Im Zentrum von Olis Praxis steht prozessuales Arbeiten, das Material als Widerstand begreift und im Spannungsbereich von Konfrontation und Entwicklung operiert.

 

 

"Meine Leinwände werden zu Feldern permanenter Neubewertungen…"

 

 

Seine Arbeiten bewegen sich zwischen radikaler Abstraktion und struktureller Setzung. Was zunächst als abstraktes Feld wirkt, offenbart bei genauerem Hinschauen Spuren, Figuren, Brüche und sichtbare Entscheidungen.

 

Sobald Farbe die Leinwand berührt, entscheidet nur noch Haltung. In dieser vielschichtigen Prozessmalerei an drei Leinwänden zum selben Thema wird Oli bedingungslos geprüft. 

 

Jede neue Schicht reagiert auf das, was zuvor entwickelt wurde – jede Entscheidung wird in Frage gestellt. Die Leinwand widerspricht, verschiebt, eröffnet und zerstört Absichten – und setzt sie gleichzeitig auf den anderen beiden Leinwänden fort.

 

Störung ist dabei Methode: Durch das ständige Hinterfragen tauchen frühere Zustände erneut auf, die wieder relevant im Kontext werden. Durch Kratzen, Brechen und Herausreißen ganzer Schichtfelder treten Spuren hervor, die längst überlagert waren.

 

Teile ursprünglicher Setzungen und entscheidende Zwischenmomente werden wieder freigelegt. So entsteht ein Raum, in dem Präzision und Durchdringung zu einer verdichteten Bildsprache verschmelzen.

 

Offenlegung geschieht nicht durch Erklärung, sondern durch Irritation. Ordnung und Unterbrechung bedingen einander. Das Werk entsteht im Wechselspiel aus Kontrolle und ihrer gezielten Überschreitung.

 

 

"Meine Malerei beginnt dort, wo Kontrolle endet und Wahrnehmung lebendig wird…"

 

 

Olis Bilder öffnen Wahrnehmungsräume. Was zunächst abstrakt erscheint, entfaltet sich beim vertieften Betrachten: Figuren tauchen auf, Räume entstehen, emotionale Landschaften bilden sich – nur um sich im nächsten Moment wieder zu verändern.

 

Gegensätze verdichten sich zu spürbarer Intensität, die sich ständig verschiebt. Man erahnt eine Geschichte – man fühlt sie. So entstehen emotionale Resonanzräume, in denen jeder Betrachter eigene Wahrnehmung und Empfindung aktiviert.

 

Die drei identischen Großformate erlauben es ihm, Impuls, Reaktion und Konsequenz gleichzeitig zu beobachten und den Kontext von Herkunft, Auswirkung und Verschiebung nebeneinander abzubilden.

 

Nuancen verändern sich und verdichten den Kontext weiter. So wird Olis Ursache-Wirkungs-Gefüge greifbar und erlebbar – ein Denkprozess, der Ambivalenz sichtbar macht.

 

Manchmal formt sich daraus ein Triptychon, manchmal ein Diptychon – meist bleibt jedoch nur ein einzelnes Bild, das die Entwicklungen und Konflikte der drei Formate in sich trägt.

 

Olis Werk ist keine Ausführung eines Plans, sondern Resultat fortlaufender Neubewertung im offenen Prozess – ein sichtbares Verfahren von Risiko, Entscheidung und Revision.

 

 

"Meine Texte werden zu Architektur - Farben transformieren den Raum..."

 

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© 2026 Paul Olivier (Oli) is a Berlin-based contemporary abstract painter known for large-scale expressive paintings and his Weekly series