Paul Olivier "The Weekly" No. 6 (50 cm x 40 cm)
Als bei Paul Oliviers erster Ausstellung 2025 auch die kleineren Formate schnell vergriffen waren, entstand der Wunsch nach einer kontinuierlichen Möglichkeit, diese Arbeiten zu erwerben. Diese Nachfrage zeigte ein Bedürfnis nach Unmittelbarkeit.
Nicht jeder verfügt über den Raum oder das Budget für großformatige Malerei. Die Weeklys antworten auf dieses Bedürfnis, ohne sich ihm zu unterwerfen. Sie sind kein "kleines Produkt", sondern eine eigenständige Werkstruktur.
"Farbe ist hier kein Effekt - sondern Substanz..."
Was diese Serie auszeichnet, ist ihr Ursprung. Die Weeklys entstehen genau dann, wenn die Arbeit an einer großen Leinwand ins Stocken gerät. Wenn der nächste Schritt nicht klar ist. Wenn Fragen auftauchen.
Statt diesen Moment zu umgehen, nutzt Oli ihn. Zweifel sit für ihn kein Gegner, sondern Indikator. Ein Signal dafür, dass etwas auf dem Spiel steht.
In diesen Momenten greift er zu kleineren Leinwänden. Nicht als Pause, sondern als Richtungswechsel. Die Weeklys sind kein Ausweichen, sondern eine Verdichtung.
Die kleinere Leinwand verändert die Dynamik. Sie erlaubt Risiko, Direktheit, Konzentration. Jede Spur zählt. Jede Entscheidung bleibt sichtbar. Gleichzeitig sind sie eingebettet in einen hochreflektierten Gesamtprozess. Oli weiß um die Bedeutung dieser Arbeiten, um ihre Funktion und um ihren Platz innerhalb des Gesamtwerks.
Wer Paul Olivier - den alle, die mit ihm arbeiten, schlicht Oli nennen - in seinem Atelier erlebt, versteht schnell, dass seine Malerei kein Ergebnis planbarer Abläufe ist. Sie entsteht aus Bewegung, aus körperlicher Präsenz, aus einem permanenten Dialog mit seinen Gedichten und zwischen Material, Intuition und Zweifel.
Die Weeklys sind vielleicht der direkteste Zugang zu diesem inneren Arbeitsprozess. Sie sind keine Reduktion seines großformatigen Gesamtwerks, sondern dessen konzentrierte Essenz.
"Meine Handschrift entsteht nicht aus Absicht - sondern aus innerer Notwendigkeit..."
Oli spricht selbst davon, dass ihn das Prinzip von Signature Dishes oder Signature Drinks fasziniert. Ein einziges Gericht, ein einzelnes Getränk, das genügt, um eine Küche, eine Bar, eine Haltung wiederzuerkennen. Dieser Gedanke ist für ihn kein Marketingkonzept, sondern ein künstlerisches Ideal. Nicht im Sinne eines Logos, sondern als Ausdruck von der Konsequenz in seiner Haltung.
Auch in seiner Malerei geht es um Wiedererkennbarkeit - jedoch nicht um Wiederholung. Es geht darum, dass eine Handschrift entsteht, weil sie entstehen muss. Weil sie sich aus der Art ergibt, wie Oli mit Farbe umgeht, wie er sie mischt, bricht, kratzt, schiebt, formt, wieder abträgt. Diese Handschrift ist nicht erlernt, sie ist erarbeitet. Und sie ist nie abgeschlossen.
Die Weeklys sind der Ort, an dem diese Handschrift besonders deutlich sichtbar wird. Hier gibt es keinen Raum für Ablenkung. Keine große Geste hinter der man sich verstecken könnte. Jede Spur zählt.
Die kleinere Leinwand verändert alles. Oli experimentiert hier mit Farbmenge, Farbtemperatur, Druckverteilung. Er testet, verwirft, überlagert. Nichts muss perfekt sein, aber alles muss in seinem Kontext stehen.
Diese Arbeiten tragen eine enorme Dichte in sich. Vielleicht weil es wirkt, als seien sie nicht "zu Ende gedacht". Denn tatsächlich sind sie gedacht im Tun. Man spürt in ihnen eine Freiheit, die nur dort entstehen kann, wo nichts bewiesen werden muss. Gleichzeitig sind sie hochkonzentriert. Jede Bewegung hat Konsequenzen. Jede Entscheidung bleibt sichtbar.
"Was bleibt, ist nicht das Bild - sondern der Zustand..."
Oli behandelt Farbe nicht als Mittel zum Zweck. Farbe ist für ihn ein eigenständiger Akteur. Sie widersetzt sich, sie reagiert, sie verlangt nach Handlung. Das Mischen, Brechen und Kratzen ist kein Effekt, sondern ein Dialog mit den unterschiedlichen Ebenen seiner Geschichten. Ein manchmal rauer, manchmal überraschend sanfter Austausch zwischen abstrakten und figurativen Motiven, die miteinander in Beziehung treten und sich auch auf die Weeklys überträgt.
In den Weeklys ist diese Beziehung besonders unmittelbar. Der begrenzte Raum zwingt zur Klarheit. Die Farbtemperaturen geraten in Spannung zueinander. Warme Flächen werden von kühlen unterbrochen, ruhige Zonen von aggressiveren Eingriffen gestört. Harmonie entsteht hier nicht aus Ausgleich, sondern aus der Reibung zwischen Antagonist und Protagonist seiner Geschichtsstränge.
Über die Zeit entsteht so eine Serie, die nicht retrospektiv geplant ist, sondern vorwärts gedacht ist. Sie kennt kein Ende. Kein Ziel. Sie ist Praxis und nicht Projekt. Dieser Rhythmus erdet die Arbeit. Er verhindert Überhöhung. Er zwingt zur Kontinuität. Und genau darin liegt ihre Kraft.
"Was bleibt, ist nicht das Bild - sondern der Zustand..."
Oli hat sich bewusst für das Format 50 × 40 cm entschieden. Es entspricht seiner Arbeitsroutine, seinen Werkzeugen und spiegelt seine körperlichen Bewegungen vor der großen Leinwand. Es ist kein Kompromiss, sondern eine bewusste Setzung. Dieses Format ist groß genug, um physisch zu arbeiten, und klein genug, um Intimität zu erzeugen. Man sieht Entscheidungen. Man sieht auch das Zögern.
In Ausstellungen entfalten Sie eine eigene Wirkung. Seriell gehängt, entwickeln Sie einen Rhythmus, der den Raum strukturiert. Einzeln präsentiert, behaupten Sie sich als autonome Werke, die keine Erklärung benötigen.
Mit jeder Woche wächst ein Archiv. Nicht im musealen Sinne, sondern als lebendiges Dokument. Wer sich durch diese Arbeiten bewegt, kann Entwicklungen nachvollziehen. Verschiebungen erkennen, Brüche spüren. Dieses Archiv ist ehrlich. Es zeigt nicht nur Erfolge, sondern auch Suchbewegungen. Es zeigt einen Künstler, der sich erlaubt, nicht zu wissen. Für seine Interessenten und Sammler ist das von unschätzbaren Wert. Für Oli selbst ist es ein Spiegel.
Die Weeklys von Paul Olivier sind keine Nebensache. Sie sind ein stilles Zentrum. Ein Ort, an dem sich alles bündelt: Zweifel, Erfahrung, Körper, Farbe, Zeit. Wenn man Olis Arbeit verstehen will, sollte man hier beginnen. Woche für Woche.
„Wenn ich zweifle, weiß ich - das Bild ist relevant...“
Olis Weeklys werden wöchentlich auf seinem Instagram Account in einer 24 Stunden Auktion versteigert. Die Weeklys sind gerahmt. Mehrwertsteuer und Versand innerhalb Deutschlands sind inbegriffen.